Untersuchungen des Niederländischen Jugendinstituts zeigen, dass 61 Prozent der jungen Menschen zwischen 12 und 30 Jahren regelmäßig unter Leistungsdruck stehen. Fast die Hälfte von ihnen verspürt diesen Druck am stärksten während der Schul- oder Studienaktivitäten, insbesondere im Vorfeld einer Prüfung (siehe https://www.nji.nl/cijfers/prestatiedruk).
Als Bildungsspezialist erlebe ich oft aus erster Hand, welchen erheblichen Druck dies verursachen kann. Ein Teil der Spannungen ist auf die hohen Erwartungen zurückzuführen, die die Schüler an sich selbst stellen. Aber auch die Erwartungen an Bildungsprogramme, Eltern, Freunde oder sogar soziale Medien spielen eine Rolle. Dieser Druck macht sich besonders an Testtagen bemerkbar — dem Moment, an dem wochenlange Vorbereitungsarbeiten in einer einzigen Bewertung zusammengefasst werden.
Dies wirft eine wichtige Frage auf: Wie können wir den Stress und den Druck im Zusammenhang mit Tests so weit wie möglich reduzieren? Abgesehen vom Inhalt des Tests selbst können viele organisatorische und technische Maßnahmen dazu beitragen, Spannungen abzubauen und den Schülern ein Gefühl der Ruhe zu vermitteln.
1. Klarheit ist die Grundlage
Klarheit ist möglicherweise der wichtigste Faktor bei der Reduzierung von testbedingtem Stress. Die Schüler fühlen sich sicherer, wenn sie genau wissen, was sie erwartet. Dies beginnt mit einer klaren Kommunikation über Zeitpunkt, Ort und Dauer des Tests sowie praktische Details wie die erlaubten Werkzeuge und Materialien.
Genauso wichtig sind klare, strukturierte Informationen innerhalb der Testplattform. Die Anweisungen sollten leicht verständlich sein — ohne störende Geräusche oder unnötige Details. Es mag offensichtlich erscheinen, aber kleine Unsicherheiten können zu unnötigen Spannungen führen. Wenn die Schüler zu jedem Zeitpunkt wissen, wo sie stehen, können sie sich voll und ganz auf den Test selbst konzentrieren.
2. Sich mit der Testumgebung vertraut machen
Eine digitale Testumgebung sollte sich intuitiv anfühlen. Die Schüler sollten nicht darüber nachdenken müssen, wie etwas funktioniert — sie sollten sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren können. Das bedeutet, dass sie wissen sollten, wie sie zwischen den Fragen navigieren, verstehen, wie die verschiedenen Fragetypen funktionieren, und ihre Antworten effektiv überprüfen können.
Ein Praxistest zu Beginn eines Kurses oder Programms ist eine einfache, aber effektive Methode, um dies zu erreichen. In einer sicheren, druckfreien Umgebung lernen die Schüler, wie das System funktioniert. Diese Vertrautheit senkt den Schwellenwert am Tag des eigentlichen Tests erheblich, da die Technologie keine Unsicherheitsquelle mehr darstellt.
3. Unterstützender Fokus während des Tests
Ruhe während des Tests selbst ist entscheidend — und die digitale Umgebung spielt eine große Rolle. Eine gut gestaltete Testplattform zeigt nur das, was notwendig ist: keine ablenkenden Benachrichtigungen, keine verwirrenden Menüs, sondern ein klares, strukturiertes Layout für jede Frage mit einfachen Anweisungen.
Für Schüler mit spezifischen Unterstützungsbedürfnissen ist es außerdem wichtig, dass sie die Benutzeroberfläche an ihre Vorlieben anpassen können, z. B. die Schrift vergrößern, die Kontrasteinstellungen ändern oder eine Text-to-Speech-Funktion verwenden können. Diese Anpassungen tragen dazu bei, ein Gefühl der Kontrolle zu vermitteln, was wiederum Stress reduziert.
4. Schnelles und transparentes Feedback
Auch nach dem Test bleibt die Spannung oft bestehen. Die Unsicherheit über das Ergebnis kann die Schüler tagelang belasten. Wenn möglich, hilft es, den Schülern einen schnellen Einblick in ihre Leistungen zu geben. Bei automatisch benoteten Fragen kann beispielsweise sofort ein vorläufiges Ergebnis angezeigt werden, zusammen mit einer klaren Erklärung, dass das Ergebnis noch nicht endgültig ist, da offene Fragen noch überprüft werden müssen. *
Dies gibt den Studierenden einen ersten Hinweis auf ihre Leistungen, ohne die Unsicherheit unnötig in die Länge zu ziehen. Transparentes Feedback sorgt nicht nur für Klarheit, sondern schafft auch Vertrauen in den Testprozess.
Tests sind ein wesentlicher Bestandteil des Lernens — sie müssen jedoch keine Stressquelle sein. Indem wir klar kommunizieren, die Schüler effektiv vorbereiten und die Testumgebungen so benutzerfreundlich wie möglich gestalten, können wir den Druck, dem sie ausgesetzt sind, erheblich reduzieren.
Als Pädagoge bin ich der Meinung, dass Tests nicht nur Bewertungsmomente sein sollten, sondern auch Gelegenheiten zur Stärkung des Selbstvertrauens der Schüler sein sollten. Ein gut durchdachter Test hilft den Schülern nicht nur, anderen zu zeigen, was sie wissen — er hilft ihnen auch zu erleben, dass sie Dose mach es. Und das ist vielleicht eines der bedeutsamsten Ergebnisse, die Bildung bieten kann.
* Ob dies unmittelbar nach dem Test zulässig ist, hängt teilweise von den Richtlinien der Institution ab.

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